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Vom Sofawanderer zum Extremwanderer. Meine Megamarsch-Geschichte

Wenn mich vor einigen Jahren jemand gefragt hätte, ob ich einmal freiwillig 50 oder sogar 100 Kilometer am Stück wandern würde, hätte ich vermutlich gelacht.

Zwei lachende Wanderinnen bei Megamarsch  schlagen auf einer sonnigen Brücke mit Rucksack die Hände ab; unten rechts SPORTOGRAF.COM.

Damals standen bei mir erst einmal ganz andere Dinge im Fokus: Jogging, meist so um die 5 Kilometer. Doch meine linke Fußsohle hat da nicht immer mitgespielt. Also musste etwas anderes her.

Und genau da begann etwas Neues.

Ich liebe die Natur, hier bei uns im Weserbergland und auch im Harz. Aus dieser Liebe wurde nach und nach eine deutschlandweite Entdeckungs- und Wanderleidenschaft. Irgendwann war da dann diese eine Frage: Wie weit kann ich eigentlich gehen?

 

Der Anfang

Am Anfang stand keine große sportliche Karriere, sondern Neugier.

Aus ein paar Kilometern wurden mehr, aus kurzen Touren längere Wege.

Erst 20 Kilometer, dann 30, dann 40.

Und jedes Mal tauchte unterwegs dieser eine Gedanke auf: Das reicht jetzt. Mehr geht nicht.

Und jedes Mal ging doch noch mehr.

Während andere ihre Wochenenden auf dem Sofa verbrachten, begann ich, längere Strecken zu planen. Aus Ehrgeiz wurde Leidenschaft. Und aus Leidenschaft wurde etwas, das mich bis heute begleitet.

 

Die erste große Grenze

Wer zum ersten Mal 50 Kilometer läuft, erlebt etwas Besonderes. Ab Kilometer 30 wird es anstrengend. Ab Kilometer 40 wird es mental. Und ab Kilometer 50 versteht man plötzlich, warum Extremwandern eine eigene Welt ist.


Frau lächelt vor übergroßem Sneaker-Poster und hält ein Schild mit Hey ho, let’s go beim Megamarsch

Die Füße schmerzen. Die Schultern ziehen. Der Kopf beginnt zu diskutieren.

Warum mache ich das eigentlich?

Doch genau dort passiert etwas Faszinierendes: Man lernt sich selbst kennen. Nicht den Menschen, der gemütlich auf dem Sofa sitzt. Sondern den Menschen, der weitermacht, obwohl er müde ist.

 

Die Magie der Nacht

Besonders beeindruckend sind für mich die Nachtstunden. Wenn es still wird. Wenn nur noch das Geräusch der eigenen Schritte bleibt. Wenn Stirnlampen durch die Dunkelheit wandern und man plötzlich merkt, dass hunderte Menschen dieselbe verrückte Idee haben: einfach weitergehen.

In diesen Momenten verschwinden Alltag, Beruf und Sorgen. Eshlt nur noch der nächste Schritt. Und dann noch einer. Und noch einer.

 

Was es besonders macht und Megamarsch einzigartig

Das Treffen und gemeinsame Wandern mit Menschen ist dabei einfach grandios.

Es ist etwas Besonderes, anderen zu helfen, sie zum Weitergehen zu bewegen und hinter Fassaden zu schauen. Man lernt, ohne Vorurteile auf die verschiedensten Menschen zu schauen und über den Tellerrand zu gucken. Jeder hat andere Gründe, mitzumachen, und die meisten haben eine Geschichte zu erzählen spannend, bewegend und manchmal auch lustig.

Man unterstützt sich gegenseitig, hat ein gemeinsames Ziel, lacht zusammen, macht Blödsinn und erlebt echte Momente. Und manchmal entstehen daraus Freundschaften fürs Leben.

Menschen, die einem wirklich ans Herz wachsen. Genau das ist es, was diese Touren für mich so besonders macht: nicht nur die Strecke, sondern die Verbindung zwischen den Menschen.

 

Der Weg zum 100 Kilometer Megamarsch

Lächelnde Frau im Cap zeigt Friedenszeichen und trägt eine Medaille beim Megamarsch.

100 Kilometer sind etwas anderes.

Nicht einfach doppelt so schwer wie 50 Kilometer, sondern eine völlig neue Erfahrung. Irgendwann hört man auf, über die Gesamtdistanz nachzudenken. Dann teilt man die Strecke in kleine Abschnitte: bis zur nächsten Verpflegung, bis zur nächsten Pause, bis zum nächsten Sonnenaufgang. Der Körper wird müde.

Die Füße werden schwer. Aber der Wille wächst. Und genau das macht Extremwandern und Megamarsch so besonders. Man lernt, dass Grenzen oft nur Schätzungen sind. Dass Müdigkeit vorbeigeht. Dass Zweifel vorbeigehen.

Und dass man viel mehr schaffen kann, als man am Anfang glaubt.

 

Warum ich weiterwandere

Natürlich geht es auch um das Ziel, um den Stolz und das Gefühl, es geschafft zu haben.

Aber der eigentliche Grund ist ein anderer. Ich wandere weiter, weil jede Tour zeigt, was möglich ist. Weil jeder Megamarsch beweist, dass Aufgeben meistens eine Entscheidung ist und keine Notwendigkeit. Und weil man nach vielen Stunden auf den Beinen irgendwann erkennt: "Der Weg ist nicht nur das Hindernis. Der Weg ist auch die Belohnung."

 

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