Erfahrungsbericht von Markus: Megamarsch – 50 Kilometer / 100 km in 12 / 24 Stunden

Ich habe lange überlegt, ob ich mich wirklich für den Megamarsch anmelden soll. 50 Kilometer zu Fuß klangen erstmal machbar – bis man realisiert, dass man sie am Stück wandert und dies innerhalb von 12 Stunden. Dann kam der Tag der Anmeldung. Megamarsch Erfurt 50 KM, 2021 Jahr. Der Gedanke war „Ich mach das schon, weil ich früher in den Bergen gewandert bin“, KEIN PROBLEM.
Es war hart. Und trotzdem eine der intensivsten Erfahrungen, die ich bisher gemacht habe.
Der Start war früh am Morgen. Die Stimmung? Eine Mischung aus Nervosität und Euphorie. Überall Menschen mit Rucksäcken, Wanderstöcken und dieser „Wir ziehen das jetzt durch“-Energie. Die ersten 15–20 Kilometer liefen überraschend gut. Man ist motiviert, quatscht mit anderen, genießt die Strecke.
Ab Kilometer 25 ändert sich das. Die Füße melden sich, die Schultern werden schwer. Da ist es viel Kopfsache. Jeder Schritt wird bewusster, Pausen wichtiger. Die Verpflegungspunkte sind wichtige Pausen – nicht nur wegen Essen und Trinken, sondern auch mental. An den VPs wird man von den Volunteers motiviert.
So ging es auf die letzten 10 Kilometer und der Gedanke war „Ich schaffe es“. Die Motivation der Mitwanderer auf den letzten KM war so atemberaubend, das Aufgeben keine Frage mehr war. Glücklich im Ziel angekommen und erstmal realisiert, was man für eine Leistung vollbracht hat.

Einige Schmerzen und Tage sind vergangen und das FAZIT war „Es war nicht schlecht, warum nicht nochmal“ und so wurde der nächste Megamarsch in Freiburg ausgesucht.
Die Megamärsche haben mir nicht nur eine neue Herausforderung, sondern auch wunderbare Wanderbuddys beschert. Die Community in der Wanderszene ist großartig. Den ein oder anderen sieht man immer bei Megamarsch-Events.
Ich habe für mich meine eigene Motivation geschaffen dank MEGAMARSCH durch die Auszeichnungen.
8× Lokalmatador plus die komplette Pokalreihe Silber (300km), Gold (600km), Platin (1.000 km) erreicht.
Die erste 100-km-Tour (Megamarsch auf Sylt) hat eben genau das, was sie unvergesslich macht: diese Mischung aus Herausforderung und Naturmomenten. Wind und Regen in der Nacht fordern dich körperlich, aber genau dadurch fühlen sich die ruhigen Augenblicke danach noch stärker an.
Das Rantumbecken mit dem Blick auf die Lichter von Föhr bei klarem Sternenhimmel – das ist so ein Moment, den man nicht planen kann. Und dann noch der Sonnenaufgang bei Hörnum.
Die rund 100 Kilometer lange Strecke beim Megamarsch München, von München bis zur Olympia-Skistadion in Garmisch-Partenkirchen führte zunächst in Richtung Starnberger See, begleitet von einem schönen Sonnenuntergang.
In der Nacht ging es weiter – durch Regen und Dunkelheit – bis zum Riegsee, dort gab es ein stimmungsvolles Froschkonzert.
Der frühe Morgen belohnte die Anstrengung: Gegen 6 Uhr erwartete uns an VP4 ein atemberaubender Sonnenaufgang. Von dort aus führte der Weg weiter mit herrlichem Blick auf die Zugspitze in Richtung Ziel.
Im Ziel durfte ich nicht nur die Medaille in Empfang nehmen, sondern bekam auch den Platin-Pokal für 1000 erwanderte Kilometer.

Solche Momente bleiben einem im Kopf.
Bei solchen Wanderungen (50km/100km) spielen viele Faktoren eine Rolle. Diese sind schwierig zu kontrollieren: Wetter, Tagesform, Ernährung, mentale Stärke oder einfach unerwartete Erschöpfung.
Selbst wenn die Vorbereitung top war, kann der Körper oder Kopf irgendwann „Stopp“ sagen, darauf zu hören ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Vernunft, Sich zu überlasten oder ernsthaft zu verletzen, hilft am Ende niemandem.
Nur wer etwas ausprobiert, kann herausfinden, was wirklich möglich ist. Grenzen sind oft weniger fest, als man denkt.



