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DIE PERFEKTEN SCHUHE FÜR EINEN 100KM MARSCH


Wenn wir mit der Überschrift die Hoffnung bei dir geweckt haben, dass wir dir in diesem Text die perfekten Wanderschuhe für dich präsentieren, dann müssen wir dich leider enttäuschen: Das werden wir nicht tun....


Nicht aus schlechter Absicht oder weil wir nicht wollten, nein, keineswegs, sondern schlicht und einfach, weil wir nicht können. Denn: Es gibt sie nicht, die perfekten Schuhe zum Wandern.

Das Thema Wanderschuhe ist ein sehr kontrovers diskutiertes Thema, über das man einen ganzen Abend lang sprechen könnte – und selbst dann könnte es sein, dass noch keine Einigkeit herrscht. Vielleicht kennst du das ja aus Diskussionen mit Bekannten oder Wanderfreunden?


Die Ursache dafür ist, dass es ganz verschiedene Arten von Schuhen zum Wandern gibt, ganz verschiedene Wegprofile auf den Strecken und ganz verschiedene Arten von Füßen und Fußprofilen.

Was für den einen Wanderer perfekt passt, muss für den anderen nicht perfekt sein. Was für ein bestimmtes Wegprofil ideal ist, kann auf einem anderen Wegprofil schon wieder ganz anders aussehen.

Das macht es unmöglich, den einen perfekten Wanderschuh auszumachen.

Was jedoch möglich ist, und das werden wir in diesem Artikel auch tun, ist dir einen Überblick zu geben über gewisse Grundregeln und Arten von Schuhen. Daneben möchten wir auch auf die Individualität der Füße eingehen, die du immer bedenken solltest.

Längere Wanderungen und insbesondere Extremwanderungen sind anspruchsvoll genug. Da möchten wir uns auf den Weg, unsere Kraftreserven und die vielleicht schönen Ausblicke ab und an konzentrieren und nicht unterwegs noch mit Schmerzen an den Füßen hadern, weil wir die falschen Schuhe gekauft haben. Damit das nicht passiert, bieten wir dir diesen Leitfaden zur Orientierung an.

Auf dieser Basis kannst du leichter die für dich passenden Schuhe finden und auswählen. Also, lass uns beginnen!


Den richtigen Schuhtypen finden

Es vollzieht sich langsam ein interessanter Wandel in der „Wanderschuh-Welt“. Zu den früher als unangefochten geltenden klassischen Wanderschuhe werden zunehmend Alternativen geschaffen und populärer gemacht: Lauf- bzw. Trailrunningschuhe, Multifunktionsschuhe, Trekkingschuhe oder Barfußschuhe sind durchaus ernstzunehmende Alternativen zum klassischen Wanderstiefel.

Wie sich die Wanderschuhe im Einzelnen verhalten und was der jeweilige Schuhtyp für Vor- und Nachteile hat, zeigen wir dir weiter unten im Artikel noch einmal im Detail. Bereits an dieser Stelle können wir aber festhalten: Es muss nicht zwangsläufig der typische Wanderschuh sein für deine nächste (Extrem-)Wanderung.

Solltest du bislang immer auf Wanderschuhe gesetzt haben und damit gut gelaufen sein, brauchst du daran auch nichts zu ändern. Die klassischen Wanderschuhe mit dem meist hohen Schaft werden auch weiterhin unter Wanderern sehr beliebt sein. Wenn du dich darin wohlfühlst, ist alles in Ordnung.

Solltest du jedoch ab und an mit deinen Wanderschuhen hadern, dich gerade erst mit der Thematik beschäftigen oder einfach neugierig sein, was es sonst noch für Möglichkeiten und Schuhtypen zum Wandern gibt, dann sind die folgenden Zeilen für dich.

Denn neben den altbewährten Wanderschuhen gewinnen die viel leichteren Alternativen an Beliebtheit unter Wanderern und Sportlern. Nicht nur, aber vor allem auch, weil sie oftmals über ein ganzes Kilogramm weniger als Wanderschuhe wiegen.


Längst nicht mehr der einzig denkbare Schuh zum Wandern: Die klassischen Wanderstiefel


Studien mit dem britischen Militär haben ergeben, dass eine Einsparung von einem Kilogramm beim Gewicht der Schuhe einer Einsparung von fünf (!) Kilogramm beim Rucksackgepäck gleichkommt. So bekommst du eine Ahnung davon, wie viel leichter, schneller und kraftsparender du dich bei gleichem Energieaufwand mit den leichteren Schuhen bewegen kannst. Vor allen Dingen bei Extremwanderungen wie dem Megamarsch ist das sicher kein unwichtiger Fakt.

Diese gewonnene Leichtfüßigkeit bei weitgehend beibehaltener Sicherheit für den Fuß zählt zu den wichtigsten Vorteilen dieser alternativen Wanderschuh-Typen. Besonders bei wechselndem Untergrund, längeren Asphaltstrecken oder wenig bergigem Terrain sind Lauf- bzw. Trailrunningschuhe, Multifunktionsschuhe und Barfußschuhe eine gute Alternative.

Im Hochgebirge und auf anspruchsvollem, wurzeligem Terrain haben sie allerdings Nachteile und bieten durch den niedrigen Schaft nicht den nötigen Schutz beim möglichen Umknicken, wie es klassische Wanderschuhe oder auch Bergschuhe mit meist hohem Schaft tun.

Auch ist darauf zu achten, ob die Schuhe wasserfest sind bzw. anderenfalls ist in Kauf zu nehmen, dass man ein Paar zum Wechseln dabei haben sollte. Denn wer lange mit nassen Schuhen läuft, der erhöht das Risiko der Blasenbildung an den Füßen enorm.

Die richtige Schuhgröße finden

Ob du dich nun für Wanderschuhe, Trailrunningschuhe oder Multifunktionsschuhe entscheidest: Grundsätzlich gilt für alle diese Arten von Schuhen (mit Ausnahme der Barfußschuhe), dass du den Schuh eine halbe bis ganze Nummer größer kaufen solltest.

Dein Fuß wird beim Wandern nämlich weiter und größer, weshalb du ihm genügend Platz in den Schuhen bieten solltest, um blaue Zehen zu vermeiden. Dies gilt noch einmal besonders für Extremwanderungen wie den Megamarsch, wo sich die Füße über die lange Zeit ausdehnen.

Wir empfehlen dir, die Schuhe in einem Fachgeschäft vor Ort anzuprobieren und Probe zu laufen. Deine zukünftigen Wandersocken solltest du dabei auch tragen, denn sie machen deinen Fuß noch einmal größer, als normale Alltagssocken.

Nur so kannst du sicher sein, dass du den Schuhtest so realistisch wie möglich durchführst. Einige Outdoorgeschäfte haben ein kleines „Testgelände“ von ein paar Quadratmetern Größe, wo du deine Schuhe im unebenen, steinigen Terrain prüfen kannst.

Sollte der Schuh bereits jetzt zwicken oder drücken, sind die Schuhe definitiv die falschen. Dann solltest du andere Schuhe probieren, denn deine Füße werden nach stundenlangem Wandern noch weiter und größer sein und mehr Platz brauchen, als beim kurzen Probelaufen im Outdoorgeschäft.



Vergleich der verschiedenen Arten von Wanderschuhen mit ihren Vor- & Nachteilen:


Wanderschuhe

Vorteile:

  • Guter Schutz für den Fuß durch meist hohen Schaft bei Gefahr des Umknickens

  • Im Hochgebirge, bergigem und anspruchsvollem Terrain besonders hilfreich

Nachteile:

  • Viel Gewicht am Fuß (meist über ein Kilogramm mehr als bei den Alternativen), was deine Leistungsfähigkeit etwas bremst

Lauf-/Trailrunningschuhe

Vorteile:

  • Viel leichter als Wanderschuhe, was sich positiv auf deine Leistungsfähigkeit auswirkt

  • Ideal für Wege mit wechselndem Untergrund

Nachteile:

  • Für Extremwanderungen nur ideal, wenn Füße vorab bereits an Belastung des Laufens gewöhnt sind

  • Nicht immer wasserfest

Multifunktionsschuhe

Vorteile:

  • Viel leichter als Wanderschuhe, wirken sich positiv auf deine Leistungsfähigkeit aus

  • Ideal für Einsatz auf verschiedenen Untergründen und für verschiedene Sportarten (z.B. Klettern)

  • Dezentes Design ermöglicht Schuhe auch im Alltag einzusetzen

Nachteile:

  • Im Falle des Umknickens & im Hochgebirge nicht so schützend für den Fuß wie Wanderschuhe aufgrund des niedrigen Schafts

  • Nicht immer wasserfest

Barfußschuhe

Vorteile:

  • Direkterer Kontakt zum Untergrund durch dünne Sohle, was deine Fußmuskulatur stärkt und Verletzungsgefahr verringert

  • Intensiveres & natürlicheres Laufgefühl

  • Mehr Bewegungsfreiheit für Zehen

Nachteile:

  • Fußmuskulatur muss langsam an Barfußschuhe gewöhnt werden, ansonsten droht eine Überlastungsgefahr, vor allem bei Extremwanderungen


Jetzt hast Du die Qual der Wahl! Wir sehen uns beim nächsten MEGAMARSCH!


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