BESCHILDERUNG & REGELN


Bestimmt seid Ihr auch schonmal bei einer Wanderung im Wald gewesen und habt Euch gefragt, was die ganzen Schilder, die dort hängen, bedeuten. In diesem Blogbeitrag erfahrt Ihr die Bedeutungen von einigen verschiedenen Schildern, die Ihr bei Wanderungen in Deutschland und Österreich finden könnt. In diesem Zusammenhang haben wir auch noch allgemeine Regeln zusammengefasst, die beim Wandern zu beachten sind.


SCHILDER

Zunächst sollte darauf hingewiesen werden, dass es keine bundesweit einheitliche Regelung zur Beschilderung von Wanderwegen in Deutschland gibt. Außerdem können die Schilder, die für Wanderer relevant sind, leicht mit den Zeichen der Forstwirtschaft verwechselt werden. In der Forstwirtschaft werden nämlich ebenfalls Striche, Punkte, Pfeile und Zahlen verwendet, z.B. um zu kennzeichnen, wo welche Pflanze gepflanzt werden soll, welche Bäume gefällt werden sollen, wo der nächste Hochsitz ist oder wo bestimmte Bereiche des Waldes anfangen oder enden.

Die für uns relevante Beschilderung ist nach einem bestimmten System angebracht. Ihr könnt die Schilder immer in etwa 2 Metern Höhe an Bäumen, Pfosten, Felsen, Stromkästen oder Zäunen finden. Die Schilder haben dabei immer einen Abstand von ungefähr 200 Metern zueinander und sind zusätzlich auch meist als Orientierungshilfen an Kreuzungen zu finden. Im Folgenden wollen wir Euch zunächst die Bedeutung der Symbole und anschließend der verschiedenen Farben, die Ihr auf den Schildern finden könnt, erklären.


SYMBOLE UND IHRE BEDEUTUNG

Symbole, die Ihr finden könnt, sind z.B. Kreise, horizontale oder diagonale Balken oder Rauten und Dreiecke. Ein Schild mit einem Kreis signalisiert meist einen Rundweg, während ein Schild mit einem horizontalen Balken einen Streckenweg, also eine Tour, die nicht am Startpunkt endet, kennzeichnet. Eine Raute oder ein Dreieck weisen auf eine bestimmte Route auf einem Wanderweg hin, also zum Beispiel eine Abkürzung. Seht Ihr ein Schild mit einem diagonalen Balken darauf, befindet Ihr Euch wahrscheinlich auf einem Lehrweg, auf dem Ihr zusätzliche Schilder und Tafeln findet, an denen Ihr Euch über ein bestimmtes Thema informieren könnt.


FARBEN UND DEREN BEDEUTUNG

Die genannten Zeichen können in verschiedenen Farben auftauchen. Jede Farbe hat dabei eine bestimmte Bedeutung, die aber an verschiedenen Orten unterschiedlich ist. Am besten informiert Ihr Euch vor einer Wanderung nochmal über die Bedeutungen der Schilder und Farben an Eurem Standort. Im Folgenden sind aber einige übliche Bedeutungen aufgeführt.

  • Die Farbe gelb steht in den österreichischen Alpen für einen einfachen Wanderweg, im Thüringer Wald hingegen werden Rundwege gelb oder auch grün gekennzeichnet.

  • Ein Schild mit roter Farbe weist in den österreichischen Alpen auf einen unbefestigten Wanderweg hin, im Thüringer Wald auf Gebietswanderwege und im Großteil Deutschlands auf schwierige oder alpine Wanderwege.

  • Blau kennzeichnet in den österreichischen Alpen die schwierigsten Pfade, im Thüringer Wald Hauptwanderwege und in Deutschland einfache Wege, die für Anfänger oder einfache Spaziergänge geeignet sind.

  • Trefft Ihr in Deutschland auf einen schwarz gekennzeichneten Wanderweg, bedeutet das, dass es sich um einen Wanderweg mit höchstem Schwierigkeitsgrad handelt.


EUROPÄISCHE FERNWANDERWEGE


Viele Fernwanderwege sind ebenfalls gesondert gekennzeichnet. Bekannt ist Euch hier vielleicht der Jakobsweg, der unter anderem durch die gelben Pfeile und Jakobsmuscheln gekennzeichnet ist. Hier wollen wir Euch aber die 12 Europäischen Fernwanderwege vorstellen. Die europäischen Fernwanderwege werden durch blaue Schilder mit einem Kreis aus gelben Sternen, also dem Europazeichen, und der Nummer des Wanderwegs in der Mitte, gekennzeichnet.

  • Der erste europäische Fernwanderweg (E1) ist 7.000 km lang und führt vom Nordkap am Bodensee entlang, durch Gotthard zum Mittelmeer.

  • E2 ist mit einer Länge von 4.850 km deutlich kürzer und führt von Schottland am Genfer See entlang zum Mittelmeer.

  • Der dritte dieser Wanderwege führt vom Atlantik über die Ardennen, das Erzgebirge und die Karpaten zum schwarzen Meer und ist 6.950 km lang.

  • Mit 12.000 km ist E4 der längste der zwölf Wanderwege. Er führt von Gibraltar über die Pyrenäen am Bodensee und am Balaton entlang über das Rila-Gebirge und Kreta nach Zypern.

  • E5 ist mit nur 2.900 km hingegen eher kurz aber nicht weniger schön, denn er führt vom Atlantik am Bodensee entlang, über die Alpen nach Adria.


  • Beim E6 geht es in Lapland los und man wandert an der Ostsee, an Wachau und an Adria entlang nach Agäis. Das ist eine Strecke von 5.600 km.

  • Der siebte europäische Fernwanderweg ist mit 6.000 km etwas länger und führt vom Atlantik nach Südungarn. Dabei kommt man am Mittelmeer und am Gardasee vorbei.

  • E8 führt auf etwa 4.500 km vom irischen See am Rhein, am Main und an der Donau vorbei und über die Karpaten und Rhodopen.

  • Der neunte der zwölf Fernwanderwege führt über den internationalen Küstenweg am Atlantik zur Nordsee und anschließend zur Ostsee. Er ist ungefähr 6.700 km lang.

  • Beim E10 handelt es sich um eine 2.400 km lange Strecke von Lappland an der Ostsee und am Böhmerwald vorbei in die Alpen.

  • E11 ist mit 2.070 km etwas kürzer und führt von der Nordsee durch den Harz und Mark Brandenburg in die Masuren.

  • Der zwölfte und letzte der europäischen Fernwanderwege ist gleichzeitig auch der kürzeste. Er führt 1.800 km über den europäischen Mittelmeerring.

REGELN

Beim Wandern ist es nicht nur wichtig, die Orientierung zu behalten, sondern auch niemanden in Gefahr zu bringen. Deshalb folgen hier 6 allgemeine Regeln, an die sich jeder Wanderer halten sollte.

1. Vorbereitung

Das A und O beim Wandern ist gute Vorbereitung. Dazu gehört unter anderem das Planen der Route, das Anschauen des Geländes, welches man betreten möchte und das Packen der richtigen Ausrüstung. Zur Ausrüstung sollte zumindest Traubenzucker und Wasser als Notfallverpflegung gehören. Außerdem solltet Ihr Euch Gedanken machen, ob Ihr eine Navigation benötigt und wenn ja, ob Ihr diese über Euer Handy machen wollt oder ob Ihr ein extra Navigationsgerät oder eine Karte mitnehmt.

Außerdem solltet Ihr im Vorfeld den Wetterbericht beachten, damit Ihr z.B. die richtige Kleidung für Eure Wanderung wählen könnt. Besonders wichtig ist es, jemandem Bescheid zu geben, wo Ihr hingeht, denn auf Wanderungen kann immer etwas Unvorhersehbares passieren.

2. Realistische Selbsteinschätzung

Bei Wanderungen solltet Ihr unbedingt Eure eigenen Grenzen kennen oder einschätzen können. Wenn Ihr merkt, dass Ihr nicht mehr könnt, Schmerzen habt oder Sonstiges, hört auf und versucht Euch lieber an einem anderen Tag nochmal an der Strecke.

3. Pausen

Achtet darauf, dass Ihr regelmäßig Pausen macht und etwas trinkt, damit Euer Körper nicht dehydriert und Ihr länger durchhaltet.

4. Markierte Wege nicht verlassen

Die offiziellen markierten Wege werden regelmäßig gewartet und auf Gefahren überprüft und sind somit sicher. Verlasst Ihr diese Wege und bewegt Euch auf Seitenpfaden, kann häufig nicht mehr für Eure Sicherheit garantiert werden.

5. In den Bergen

Wenn Ihr in den Bergen