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Jahresrückblick 2020 Januar bis August

 Das Jahr 2020 ist vorbei. Wir freuen uns, dass wir nun hoffentlich in ein gesünderes und entspannteres Jahr 2021 starten. Außerdem möchten wir uns bei Euch ganz herzlich für Euer Vertrauen und Eure Unterstützung im letzten Jahr bedanken. Zusammen mit meinem Kollegen Luis habe ich einen kleinen Jahresrückblick vorbereitet, den wir in Form zweier Blogbeiträge an Euch weitergeben möchten. Denn auch 2020 hatte viele schöne Momente! 

 

Mallorca

Im Februar des vergangenen Jahres durften wir mit unserem ersten Megamarsch gleich an einem so wunderschönen Ort wie Alcúdia starten und mit Euch als Teilnehmern die Premiere unseres ersten Marsches auf spanischem Boden feiern. Da wir den Megamarsch außerhalb der Urlaubssaison durchführten, hatten wir den großen Vorteil, dass außer uns kaum Touristen vor Ort waren. Während der Tage dort erzählte mir ein Ladenbesitzer, der schon seit Jahren auf der Insel wohnt, dass sie es so früh im Jahr normalerweise mit deutlich schlechterem Wetter zu tun hätten. So gesehen war das unglaublich gute Wetter ein weiterer glücklicher Zufall, der uns teilweise sogar Temperaturen von bis zu 20°C bescherte.

 

Am Tag des Megamarsches lief soweit alles reibungslos. Auch wenn sich einige Jugendliche überlegt hatten, dass man mit den Megamarschschildern mehr anfangen kann, als sie nur als Wegmarkierung zu nutzen und sie deshalb umhängten beziehungsweise sogar mitnahmen, war der Weg an den meisten Stellen gut zu finden. Mein persönlich liebster Versorgungspunkt lag übrigens direkt an einer kleinen Kapelle. Der Anstieg hinauf war wirklich herausfordernd, da es entlang einer kurvigen Straße und, teilweise sogar in Begleitung einiger wilder Ziegen, den Berg hinauf ging. Oben angekommen, gab es zur Belohnung die Möglichkeit, sich mit seiner Verpflegung auf einer der Bierbänke hinzusetzen und sich von dem wunderschönen Ausblick aufs Meer für das anstrengende Hinaufkommen entschädigen zu lassen. Ein weiteres Highlight der Strecke war die letzte Passage, bei der jeder Teilnehmer durch den Sand am Strand entlang zurück zu unserem Zielbereich gewandert ist. Bis in den späten Abend hinein wurden fleißige Megamarscher in Empfang genommen und dank ungeplanter Rasensprengeraktivitäten auch gleich mit erfrischender Kühle geduscht.

 

DRESDEN

Der zweite Megamarsch der ersten Jahreshälfte fand einen Monat nach dem Megamarsch Mallorca in Dresden statt. Bereits im Rahmen der Vorbereitungen lief es leider nicht ganz so rund, denn kurz vor dem Event bekamen wir von unserem Lieferanten die Mitteilung, dass die bestellten Medaillen Aufgrund von Corona leider nicht rechtzeitig geliefert werden konnten. Eine Katastrophe! Die Zeit reichte einfach nicht mehr, um die Menge an Medaillen im gleichen Aussehen bei einem andern Unternehmen produzieren zu lassen, wodurch wir intensiv nach einer würdigen Alternative suchten. Als die Kartons voll Medaillen schließlich bei uns eintrafen, hieß es dann Kleben, bis die Finger wund werden. Jede Medaille wurde in liebevoller Kleinarbeit sowohl auf der Vorder- als auch der Rückseite mit einem Sticker versehen und so zur ungewöhnlichsten Megamarsch Medialle, die wir in diesem Jahr vergeben haben. Dank des nicht ganz so tollen Wetters wurden am Eventtag nicht nur Megamarscher, sondern auch Helfer und Eventteam ordentlich nass geregnet. Leider sorgte der Regen zusätzlich dafür, dass nicht alles  ganz nach Plan lief. Rutschige Treppen oder ein kurzzeitig aus dem Gefecht gesetzter LKW führten zu mehr Arbeit, als ursprünglich eingeplant war. Auch die Neustrukturierung unserer Versorgungspunkte und die Einführung neuer Hygienemaßnahmen durch die damals beginnenden Pandemie, sorgten für einen anderen Ablauf, als wir es von vorherigen Megamärschen gewohnt waren. Bis in den späten Abend hinein wurden Medaillen verliehen und Urkunden geschrieben. Als alle Megamarscher versorgt waren, galt es noch den Zielbereich abzubauen. Als sich unser Team am nächsten Tag auf den Heimweg machte, wusste noch keiner, dass dies unser vorerst letzter physischer Megamarsch gewesen sein sollte, da die Pandemie das Land schon kurze Zeit später fest im Griff hatte.

 

Wirgehenweiter 1

Ewigkeiten ohne Megamarsch… So kam es wahrscheinlich nicht nur mir vor, während die Monate zwischen März und Juni langsam dahin krochen. Nicht, dass wir nicht viel zu tun gehabt hätten. Dank der ganzen Absagen erreichten uns unzählige Mails. Umbuchungen und Erstattungen wurden angefragt, sodass es nicht nur bei mir vorkam, dass wochenlang nur Mails mit den dazugehörigen Anfragen bearbeitet wurden. Parallel hatte unser Organisationsteam alle Hände voll damit zu tun, mögliche Ersatztermine in der zweiten Jahreshälfte zu finden. Nach vielen Überlegungen, wie ein Megamarsch trotz Coronabeschränkungen möglich sein konnte, wurde die Idee zum virtuellen Event geboren. Das Erste dieser Art wurde schließlich für Ende Juni angesetzt und freudig erwartet. Da wir nicht so genau wussten, wie gut dieses Konzept ankommen würde, wurden in der Planung zunächst nur wenige Startplätze bereitgestellt. Da das Event in kürzester Zeit ausverkauft war und uns dennoch viele Anfragen mit der Bitte um einen zusätzlichen Platz erreichten, zeichnete sich hier schon langsam ab, dass das WIRGEHENWEITER Nummer 2 in Bälde folgen konnte. Als es endlich soweit war, dass die per Hand gepackten Starterpakete verschickt waren, zeigte sich eine Schwachstelle im Konzept: Bier in Glasflaschen! Wie viele Pakete kamen biergetränkt zu uns zurück und wurden dann teilweise ohne Flasche erneut verschickt. Wir hatten die Sanftheit mit der solche Pakete, während ihrer Reise behandelt werden, deutlich überschätzt. Der Rest des Events war dafür ein voller Erfolg. Unzählige Bilder und Videos vom ganz persönlichen Megamarsch vor der Haustüre wurden gepostet und zahlreiche Urkunden geschrieben. Außerdem hatten wir als Team unglaublichen Spaß, virtuell mit Euch mit zu wandern, sodass am Ende klar war, dass ein zweiter WIRGEHENWEITER Marsch her musste.

 

Mönchengladbach

Ein echter Glücksfall. So könnte man den Megamarsch Mönchengladbach beschreiben. Gegen Juli sanken die Infektionszahlen, was uns in unserer Heimat die Tür für einen neuen Megamarsch öffnete. Die Strecke war fix zusammengestellt, die Versorgungspunkte ausgetüftelt und ein angemessenes Hygienekonzept erstellt. Der große Tag konnte kommen. Als es am 01. August endlich soweit war, hatten wir blendendes Wetter. Fast schon ein bisschen zu schön, denn keine einzige Wolke ließ sich am Himmel blicken, wodurch es ab 11 Uhr bereits ziemlich heiß wurde. Die bereitgestellten Wasser-, sowie Colaflaschen fanden reißenden Absatz und jedes schattige Plätzchen wurde zu einem willkommenen Sitzplatz für Pausen. Genau wie die Wanderer kamen an diesem Tag die Helfer und das gesamte Team ordentlich in Schwitzen, während wir uns um die Verpflegung der Teilnehmer kümmerten. Was mich persönlich am meisten freute, waren die zwei Ordnungsbeamten, die mich an der Versorgungsstation, die ich leitete, besuchen kamen. Ohne etwas zu beanstanden und mit großer Freundlichkeit, nahmen sie alles genau unter die Lupe. Unser Konzept ging also wirklich auf! Das machte unserem gesamten Team Hoffnung für weitere Veranstaltungen in diesem Jahr.

 


Wirgehenweiter 2

Nur eine Woche nach dem erfolgreichen Megamarsch Mönchengladbach stand direkt das zweite WIRGEHENWEITER an. Genau wie am Wochenende zuvor war die Hitze zusätzlich zu den zu wandernden Kilometern eine riesige Herausforderung, von der sich allerdings niemand abhalten ließ. Ich selbst war an diesem Tag auch unterwegs und hatte mir die 50 Kilometer als Ziel gesetzt. Im Nachhinein betrachtet ein wenig zu ehrgeizig… Trotz eingelaufener Wanderschuhe und Socken schafften es meine Füße bei diesen extremen Temperaturen mehrere Blasen zu bekommen, sodass ich schließlich nach 25 Kilometern aufgab und meine Füße erstmal im heimischen Garten in einen Wassereimer hielt. Umso beeindruckender fand ich es, wie viele von Euch nicht nur 50 Kilometer, sondern auch mehr als 100 Kilometer bestritten. Die Bilder und Videos, die uns über Facebook erreichten, zeugten von den bewältigten Anstrengungen, aber auch von der guten Laune mit der alle unterwegs waren. Von allen WIRGEHENWEITER Märschen ,bei denen ich dabei sein durfte, war dieser mit Abstand der Schönste! 

 

Welcher der beschriebenen Megamärsche hat Dir im vergangen Jahr am besten gefallen? Bei welchem warst Du mit dabei?

 

Sportliche Grüße

 

Deine Christine vom Team Megamarsch

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Kommentare: 2
  • #1

    Marion (Freitag, 12 Februar 2021 16:20)

    Ich war beim Megamarsch Mönchengladbach dabei, quasi ein Heimspiel mit lediglich 10-15 km Anreise. Mein erster 50iger und es war eine unfassbare Hitzeschlacht. Meine Wohlfühltemperatur liegt irgendwo zwischen 8 und 15°C, also kann man sich ausrechnen, wie ich mich ab spätem Vormittag gefühlt habe �
    Bis Kilometer 30 lief es mega (wahrscheinlich lag's am Melitta-Kaffeedoping), dann machte sich vom einen auf den nächsten Schritt eine Megablase am Fuß bemerkbar, nur wenig später auch eine am anderen Fuß. Leider stand da noch der "Aufstieg" an - die Willenskraft trieb mich aber weiter.
    Bei Kilometer 40 dann Zwangspause am VP, da der Puls einfach zu hoch war.
    Aufgeben war keine Option, nach 45 Minuten ging es weiter, dank des tollen Sani-Teams.
    Die letzten 5 km waren wirklich eine Qual, daher überwog im Ziel nicht der Stolz, sondern einfach nur noch Erleichterung, es endlich geschafft zu haben (und dann auch noch in weniger als 10,5 Stunden!).
    Es dauerte noch einige Tage, bis ich wirklich stolz auf diese Leistung war.
    Was Euch allerdings wirklich stolz machen sollte, ist die tolle Strecke, die Ihr in MG geplant habt - unfassbar schön und grün, abwechslungsreich, durch mir vollkommen unbekannte Ecken des Stadtgebietes. Den Grüngürtel kannte ich gar nicht �
    Trotz der Qualen habe ich mich wieder für MG angemeldet, wäre auch mit dem Termin im Frühjahr superglücklich gewesen wg der Temperaturen, aber es soll wohl wieder eine Hitzeschlacht werden �

    Teile der Strecke habe ich dann auch bei einer der Wir gehen weiter-Veranstaltungen genutzt �

    Ihr habt das Beste aus diesem seltsamen Jahr gemacht und mit den WGWs sogar eine Veranstaltung entwickelt, die mir eigentlich noch mehr zusagt als die normalen Märsche.
    Hut ab und weiter so in diesem Jahr! Ich bin dabei!! ��

  • #2

    Michael (Montag, 15 Februar 2021 21:47)

    Ich war bei den beiden WGW Events dabei. Habe dabei mein Heim zum Basislager gemacht, an dem ich etwa alle 25 km wieder vorbei gekommen bin. Zeit das Handy aufzuladen, Klamotten zu wechseln, Wasser auffüllen etc.
    Besonders beeindruckend war dann die Nachtpassage - alleine statt mit anderen. So intensiv habe ich die Nachtetappe vorher noch nicht erlebt.
    Ich bin inzwischen Stammgast bei den WGW Events und die Starterbändchen baumeln als Erinnerung am Rucksack.