Trainingswanderungen rund um Berlin

Brandenburger Tor Berlin

Wenn Menschen das Wort Berlin hören, denken die meisten in der Regel an das Brandenburger Tor, den Alexander Platz oder den Bundestag, aber diese Stadt hat gerade in ihrer erweiterten Umgebung das genaue Gegenteil, aber nicht weniger Schönes zu bieten. Viele Naturbegeisterte reisen nach Brandenburg, um dort die 15 nationalen Naturlandschaften zu erkunden. Diese bieten alle notwendigen Bedingungen, um sich auf unseren Megamarsch vorzubereiten oder einfach in Ruhe die Natur genießen zu können. Wir stellen Euch nun zum Teil leichte Touren, gute Trainingstouren und komplexe Touren mit mehreren Etappen vor.

 

Wenn Ihr auf die Überschriften der einzelnen Touren klickt, gelangt Ihr zu den genauen Strecken. 

 

1. Runde um den Schlachtensee

Die erste Tour führt uns ein mal um den Schlachtensee, die Tour ist rund 6,2km lang und ist exzellent mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Für Fahrradfahrer eignet sich diese Route, ebenso wie für Jogger. Ihr kommt relativ schnell zu Anfang an einem Ruderbootverleih vorbei, dieser bietet alte rustikale Boote an. Durch diese habt Ihr die Möglichkeit, den See vom Wasser aus zu erkunden und die Route schon mal grob einzuschätzen. Weiter geht es durch den Paul-Ernst-Park, dort habt ihr die Möglichkeit nah am Ufer zu spazieren und einen schönen Ausblick zu genießen. Auf Hälfte der Strecke könnt Ihr euch direkt am See in einem Restaurant stärken und danach die restliche Route genießen.

 

2. Pfad am Hermsdorfer See

Der Pfad um den See ist gut ausgebaut und wurde zum Teil rund erneuert. Der Weg zeichnet sich durch idyllische Bachläufe und seltene Blumen aus. Wir empfehlen Euch, auf der Titusbrücke halt zu machen und je nach Jahreszeit verschiedene Brutplätze zu beobachten. Diverse Schilder leiten Euch durch die Route und führen Euch immer wieder am Ufer entlang oder durch den Wald. Entlang der Strecke befinden sich immer wieder Informationsschilder, die Euch mit Hinweisen zu der Umgebung versorgen. Auf 6,9km findet Ihr eine der schönsten Naturlandschaften Berlins. Bei der Planung dieser Tour solltet Ihr bedenken, dass bei starken Niederschlägen in den Vortagen Teile der Strecke höchstwahrscheinlich unter Wasser stehen.

 

3. Runde von Steglitz-Zehlendorf

Grunewald-Turm

Diese Route führt Euch durch den im Westen gelegenen Grunewald, der an die Havel angrenzt. Auf Eurem Weg durch das Waldgebiet werdet Ihr auf verschiedene Infoinseln treffen, die Euch über verschiedene Themen informieren. Diese Inseln werdet Ihr an blauen Bäumen oder anderen auffälligen Bauten erkennen. Die perfekte Möglichkeit zur Abkühlung bietet Euch gerade im Sommer wohl die Lieper Bucht. Dort könnt Ihr unbeschwert in der Havel ins kühle Nass. Am westlichen Waldrand befindet sich das Highlight der Tour, der Grunewaldturm (siehe Foto). Der über 100 Jahre alte Aussichtsturm ermöglicht es Euch, eine schönen Blick über die Havel und die Umgebung zu werfen. Für einen geringen Preis könnt Ihr auf die Aussichtsplattform und Euch danach im ansässigen Restaurant stärken.

 

4. Tour zum Drachenberg

Viele Wanderer können davon berichten, dass für sie die Länge der Strecke meistens nicht das Schwierige ist, sondern die Höhenmeter. Diese Tour bereitet euch optimal auf diese körperliche Belastung vor. Der Drachenberg erhebt sich auf rund 100 Meter Höhe über dem Grunewald. Auf dem Weg da hin findet Ihr eine der ältesten künstlich angelegten Kletteranlagen in Deutschland. Der Turm ist rund 10m hoch und wurde Ende 2018 gründlich saniert. Das Highlight auf dieser Route ist wohl das historische Wasserwerk. Vor rund 50 Jahren wurde dieses still gelegt und dient nun als Treffpunkt für Naturbegeisterte.

 

5. Runde um den Müggelsee

Park

Für Freunde des Wassers empfiehlt es, sich diese rund 17km lange Strecke auszuprobieren. Am Ufer entlang finden sich gut befestigte Wege, die gut zu bestreiten sind. Rings um den See finden sich zahlreiche Gastronomien, die zum Verweilen einladen. Eine Besonderheit bietet gewiss der Spreetunnel in Friedrichshagen. Dieser ist rund 80m lang und wurde 1927 erbaut. Für ausdauernde Wanderer ist diese Strecke wie geschaffen.

 

6. Seddinpromenade entlang am Krossinsee

Diesen rund 14km langen Rundkurs erreicht man über die Schmöckwitzer Brücke. Von dieser hat man einen schönen Blick auf den Zeuthener See, sowie den Seddinsee. Verschiedene Waldpfade bieten einem die Möglichkeit, immer wieder Wege zu suchen, die entlang des Ufers führen. Im tiefen Wald finden sich regelmäßig einzelne Bänke, von denen aus man den Ausblick auf den See genießen kann. Die wenigen Höhenmeter und vielen Restaurants sind die optimalen Bedingungen für eine entspannte und lange Tour.

 

7. Uckermarker Landrunde

Die Uckermark ist das Zuhause der intaktesten Flussauenlandschaft in Europa. Dort fühlen sich zahlreiche Wasservögel heimisch und sie ist von unberührter Natur geprägt. Durch dieses Gebiet führt diese 154km lange Tour, die in 6 Etappen unterteilt wird. Der Weg beginnt in Prenzlau und führt Richtung Süden an dem größten Schilfgebiet Deutschlands vorbei. Entlang der ersten Etappe findet man immer wieder alte Bauernhäuser, die restauriert wurden und heutzutage als Touristeninformation dienen. Die dritte Etappe führt Euch entlang des Wolletzsee, an dem Ihr auch ein historisches Jagdschloß bestaunen könnt. Dieser Bereich der Tour zeichnet sich aus durch immer wiederkehrende kleine Seen und Sümpfe, die zwischen Wäldern liegen. Im weiteren Verlauf werdet Ihr am Rinnensee entlang laufen, der eine exzellente Wasserqualität aufweist und sich dadurch perfekt für eine Abkühlung anbietet. Die letzte Etappe zieht sich quer durch das Naturschutzgebiet Zerweliner Heide. Nach einem kurzen Anstieg begibt man sich nun auf die letzten Kilometer und kommt schließlich am Ufer des Unteruckersees an.

 

8. Märkischer Landweg

Wanderer, die dicht bewachsene Wiesen und Wälder schätzen, werden sich auf diesem Weg sehr wohl fühlen und nur Augen für die Natur haben. Durch die 3 Naturschutzgebiete Unteres Odertal, Uckermärkische Seen und das Biosphäsenreservat Schorfheide-Chorin führen 190km naturbelassene Landschaften und historische Bauten. Die 10 Etappen führen immer wieder an diversen Seen und Fließgewässern entlang. Am Anfang der zweiten Etappe wird man durch die Flößerstadt Lychen geführt, die von mehreren Seen umgeben ist und sich in einem Naturschutzgebiet befindet. Weiter geht es durch mehrere Wälder, die sich an einem Bachlauf erstrecken. Hier trifft man oft auf andere Sportbegeisterte, die mit Kanus zu Wasser sind. Entlang der fünften Etappe führt der Weg in das kleine Dorf Poratz. Dieses besticht durch gut erhaltene Fachwerkhäuser und wird von vielen als das schönste Dorf in der Uckermark bezeichnet. Weiter geht es über weiche Feldwege aus Sand, bei denen die Möglichkeit besteht, für ein paar Meter mal die Schuhe auszuziehen. Der dicht bewaldete Teil der Strecke ist ab der siebten Etappe erst ein mal vorbei. Von nun an geht es durch weite Wiesen und Wege und die Zahl der Gewässer wird merklich geringer. Dafür führt die Route nach Stolpe. Dort ist der „Stolper Turm“ zu bestaunen. In der Umgangssprache wird dieser auch „Grützpott“ genannt und ist Deutschlands dickster Ziegelturm. Auf der letzten, der zehnten, Etappe bietet sich ein atemberaubender Blick in das Odertal. Zu jeder Jahreszeit gibt es andere unvergessliche Sache zu bestaunen. Gerade die letzten Kilometer lassen sich sehr entspannt wandern und führen einen bis nach Mescherin. 

 

9. Burgenwanderweg

Natur und Park

Der Naturpark Hoher Fläming beheimatet 4 Burgen, die allesamt mehrere hundert Jahre alt sind. Der rund 150km lange Rundkurs teilt sich auf in 8 Etappen und ist geprägt durch Kiefernwälder und weite Täler. Schon zu Beginn der ersten Etappe kommt Ihr in den Genuss der Burg Eisenhardt. Vorbei geht es an verschiedenen Obstbaumalleen und in den ersten Kiefernwald. In diesen fühlt sich der Uhu heimisch und bei genauem Hinhören ist dieser auch bemerkbar. Die sechste Etappe ist die wahrscheinlich abwechslungsreichste. Zu Anfang geht es durch Wiesen des Fiener Bruchs, bis es in in trockene Kiefernwälder geht. Durch diese führt die Route weiter entlang durch die 3 kleinen Dörfer: Glienicke, Steinberg und Grebs. Dörfer, in denen es mehr als ruhig zugeht und nichts zu hören ist außer die grasenden Pferde. Weiter geht es durch mehrere Kiefernwälder in Richtung Groß Briesen. Auf dem Weg dahin passiert man den sogenannten „Blauen Stein", ein Findling aus der letzten Kaltzeit. Dieser hat einen Umfang von rund 12 Metern, wobei lediglich 1,5 Meter frei gelegt worden. Die vorletzte Etappe zeichnet sich durch die hohe Zahl an Höhenmetern aus. Von dem Aussichtsturm der Briesener Berge hat man einen traumhaften Blick in das Urstromtal. Die Route nimmt seinen Lauf durch ein Waldgebiet in der Nähe von Dippmannsdorf, das auffällt durch viele kleine Quellen. Diese laden zum Abkühlen und Baden ein. Auf der letzten Etappe lässt sich der Lebensraum des schwersten flugfähigen Vogel Europas bestaunen, der Großtrappe. Dieser fühlt sich in den sumpfigen Landschaftswiesen von Belzig heimisch. Die letzten Kilometer dieses Wanderwegs bildet der Panoramaweg rund um diese Stadt. Dieser endet am Fuß der Burg Eisenhardt, die man zu Beginn noch aus der Ferne bestaunt hat.

 

10. 66 Seen Wanderweg

Dieser Rundkurs zählt zweifelsohne zu den schönsten und vielseitigsten Wanderwegen Deutschlands. Um Brandenburg in all seinen Facetten bestaunen zu können, bietet sich hier die Möglichkeit über 416km in 17 Etappen zu absolvieren.

Durchzogen von Seen, Flüssen, malerischen Dörfern und schöne historische Bauten kombiniert diese Route entsprechend alles und lässt keine Wünsche von Naturbegeisterten offen. Verschiedene Waldarten, ausgefallene Flora und Fauna und abwechslungsreiche Landschaften sind interessant sowohl für Anfänger, als auch für erfahrene Wanderer.

 

Die Tour beginnt im wunderschönen Potsdam am Brandenburger Tour, dort empfiehlt sich direkt ein Besuch des Schloss Sanssouci. Das über 200 Jahre alte Schloss ist ein UNESCO Welterbe und ein verheißungsvoller Auftakt. Vorbei an den ersten Seen und weiteren Schlössern endet die erste Etappe am Schloß Marquardt im gleichnamigen Stadtteil.

 

Bereits zu Beginn der dritten Etappe entfaltet sich die volle Schönheit Brandenburgs. Vorbei am Nymphensee geht es entlang des Havelkanals, an dem Euch von Bäumen wie Eichen, Kiefer und Birken Schatten gespendet wird. Höhenmeter gehören zu jeder Wanderung und auch so begegnen Euch auf der sechsten Etappe 145m. Während Ihr diese meistern müsst, lauft Ihr größtenteils durch Wälder oder weitreichende Seenlandschaften.

 

Auf circa halber Strecke der Route empfiehlt es sich, in Woltersdorf einzukehren. Dieser idyllische Ort trumpft durch eine gute Infrastruktur und ein gutes touristisches Angebot auf. Weiter geht es entlang der Löcknitz, die dafür bekannt ist, gerade im Sommer viele Forellen zu beheimaten. Im weiteren Verlauf gelangt Ihr schließlich an die Spree. In der Nähe von Hangelsberg bietet Euch ein mit Eichen bewachsenes ruhiges Ufer, an dem man die Natur genießen kann.

 

Angekommen bei der zwölften Etappe begegnet Euch ein breit gefächertes Feld der Flora und Fauna Brandenburgs. Für Angler ist der Glubigsee eine ausgesprochen interessante Adresse. Dieser beherbergt ein reiches Vorkommen an Barschen, Hechten, Karpfen und vielen weiteren mehr. Während die Angel im Wasser hängt, könnt Ihr im Unterspreewald Störche, Kormorane und mit einer Menge Glück auch einen Seeadler beobachten.

 

Die Route neigt sich so langsam dem Ende zu und die Landschaft ist weiterhin im stetigen Wandel. Zur Landschaft Brandenburgs gehören zahlreiche Sümpfe und man muss auf seine Schritte achten. Durch Moor, Torfstich und Gipsabbau hat sich der Boden immer weiter aufgeweicht und darauf befindliche Wiesenflächen werden zur matschigen Angelegenheit. Wenn dieses Gebiet passiert ist, geht es weiter fernab jeglicher Zivilisation, vorbei an dem ehemaligen Militärflughafen Sperenberg endet die 15. Etappe schlussendlich in Trebbin. Auf der Zielgeraden geht es dann noch einmal durch ein Naturschutzgebiet, in dem viele Zugvögel im Frühjahr und Herbst durchziehen. Auf dem Weg zum Blankensee gibt es viele Möglichkeiten, um zu verweilen, wie zum Beispiel die Aussichtsplattform am Löwendorfer Berg, das Schloss und die Johannische Kirche am Blankensee. Durch viele Kilometer Wald und Wiese gelangt Ihr schließlich am Ende des Naturschutzgebiet, an einladende Badeseen, bevor es in die letzte Etappe geht.

 

Auf dem letzten Teil des Wanderwegs gelangt man an die letzten der namensgebenden 66 Seen. Einige der schönsten Aussichtspunkte der Tour findet Ihr fast am Ende der Tour, nämlich die in der Nähe der Pirschheide. Dann geht es auf direktem Wege in Richtung Potsdam, dem Startpunkt dieser Route. Angelangt am Brandenburger Tor ist die 66 Seen Wanderung erfolgreich gemeistert. Über hunderte Kilometer bot sich ein unglaublich abwechslungsreiches, sowie schönes Bild der Natur. 

Feld

Wir haben Euch 10 der schönsten Touren rund um Brandenburgvorgestellt, um Euch Nahe zu bringen, welche Schönheit sich um Berlin befindet. Als Vorbereitung für den Megamarsch eignet sich natürlich jeder dieser Routen, wobei das Highlight selbstverständlich der 416km lange 66 Seen Wanderweg ist. Dieser Weg vereint so ziemlich alles, was es in und um Brandenburg zu entdecken gibt. Durch seine vielen Etappen und Möglichkeiten wirkt dieser im ersten Moment zwar komplex und anspruchsvoll, wobei diese bei genauem hinsehen individuell gestaltbar sind. Die abwechslungsreiche und wunderschöne Landschaft bietet jedem Naturliebhaber etwas und durch viele Seen und Flüsse gibt es immer wieder gute Stellen zum Verweilen und Abkühlen.

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