Die schwierigsten Wanderungen der Welt

gefährliche Bergwanderung

Wer schon einmal gewandert ist, weiß, wie schön und gleichzeitig anstrengend dies sein kann. Auf der ganzen Welt gibt es sehr viele verschiedene Orte zum Wandern. Hast Du Dich schon einmal gefragt, welche atemberaubenden Strecken in anderen Ländern existieren? Wir schon. Deshalb haben wir für Euch recherchiert und sind auf einige kaum zu glaubenden Strecken gestoßen. Aus diesen haben wir Dir eine Top 5 zusammengestellt und stellen Dir nun die schwierigsten und gefährlichsten Wanderungen der Welt vor. Nichts für schwache Nerven!

 

1. Angels Landing Trail

Angels Landing Trail

Der Angels Landing Trail befindet sich im Zion-Nationalpark im US-Bundesstaat Utah. Der Park wird oft als Durchfahrt zwischen dem Bryce Canyon und Las Vegas genutzt. Beginn ist das Visitor Center im Nationalpark. Von dort aus fahren Shuttle Busse zu verschiedenen Haltestellen im Park. Es gibt dort zahlreiche Wandermöglichkeiten. Für den Angels Landing Trail musst Du an der Haltestelle „The Grotto“ aussteigen. Auf dem Weg erzählt der Fahrer über die Umgebung und die Felsformationen. Die Shuttles sind übrigens kostenfrei und sehr umweltfreundlich, da sie mit Propangas oder elektrisch betrieben werden.

 

Der Angels Landing Trail ist ein insgesamt fünf Kilometer langer Rundweg, für den Du etwa fünf Stunden einplanen solltest. Ziemlich zu Beginn überquerst Du eine kleine Holzbrücke, die Dir eine schöne erste Aussicht mit grünen Bäumen und dem Virgin River bietet. Ein toller Anfang! Der Weg verläuft nach kurzer Zeit in den Refrigerator Canyon. Dieser macht seinem Namen alle Ehre, da er viel Schatten und kühle Plätze bietet. Außerdem gibt es auch hier viel Natur. Danach folgt der anstrengende und gefährliche Teil des Weges – Walter Wiggles. Dieser Abschnitt beinhaltet 21 steile und enge Spitzkehren, durch die Du Höhe gewinnst. Die Belohnung ist der Scout Overlook auf einer Höhe von über 1.600 Metern. Hier steht der berühmteste Baum des Parks, der auf allen Postkarten zu sehen ist. Im letzten Teilstück geht es den Angels Landing hinauf. Dabei kletterst Du über einen schmalen Sandstein-Kamm, bei dem es auf beiden Seiten sehr steil und tief hinab geht. Zum Festhalten wurden Eisenketten befestigt, die allerdings nicht sehr griffig sind. Pass also gut aus, dass Du nicht abrutschst. Nach diesem Spektakel hast Du es auch schon geschafft und den Angels Landing Trail bezwungen! Auch wenn der Weg teilweise sehr anstrengend und anspruchsvoll ist, belohnt er Dich mit vielen schönen Ausblicken. Du hast zwischendurch immer wieder Möglichkeiten, eine Verschnaufpause einzulegen und Deine Umgebung zu bewundern.

 

Bitte beachte jedoch, dass Du den Weg bei Regen oder Sturm meiden solltest. Auch Kinder und Menschen mit Höhenangst sollten die Route lieber nicht ausprobieren. Allerdings musst Du kein Profi sein, um diesen Trail bezwingen zu können. Habe außerdem genug Wasser und eine Kopfbedeckung gegen die Sonne bei Dir.

 

2. The Half Dome

The Half Dome

Der Berg „The Half Dome” liegt im Yosemite Nationalpark in Kalifornien, USA. Er ist knapp 2.700 Meter hoch und weist eine besondere Ausbildung in Form einer Halbkugel auf. Durch den Untergrund sieht es auf Bildern so aus, als würden Menschen auf dem Mond entlangwandern. Insgesamt ist die Route 13 Kilometer lang. Für den Auf- und Abstieg solltest Du zehn bis zwölf Stunden einplanen, je nachdem wie fit und erfahren Du bist. Wenn Du eine Wanderung zum Half Dome planst, musst Du Dir vorab eine Erlaubnis einholen. Bitte vergiss diese nicht, da Ranger am Fuß des Berges kontrollieren, ob Du befugt bist, weiterzulaufen. Bitte beachte, dass die Strecke im Winter gesperrt ist und bei Regen sehr gefährlich werden kann.

 

Bis 1875 dachte man, der Berg sei unbezwingbar. George Anderson war der erste Mensch, der das Gegenteil bewies und den Half Dome bezwang. Im Jahr 1919 wurden Seilgeländer installiert, die noch heute benutzt werden. Als erstes kletterst Du über Granitblöcke, noch ohne Geländer. Es ist zwar ein Weg in den Stein gehauen, dieser ist teilweise aber schwer zu erkennen. Das letzte Stück hat es dann in sich: Eine steile Steinwand von 47 Grad baut sich vor Dir auf. Die Oberfläche ist sehr glatt, daher wurde eine flache Treppe auf dem Berg gebaut, um ihn besteigen zu können. Das Geländer besteht aus Stahlseilen, die Dir Halt geben werden. Es wird dringend empfohlen, sich an den ausliegenden Handschuhen zu bedienen, damit Deine Hände möglichst geschont bleiben und Du einen besseren Grip bekommst. Alle paar Meter ist eine Holzleiste angebracht, um sich kurz auszuruhen oder andere Wanderer zu überholen beziehungsweise vorbei zu lassen. Die Anstrengung, die Du auf Dich nimmst, wird auf dem Gipfel von der atemberaubenden Aussicht belohnt. Du kannst über das ganze Yosemite Valley schauen! Bei diesem Ausblick kannst Du Dich in Ruhe erholen, bevor es wieder bergab geht.

 

3. Der Huashan

Der Huashan

Der Huashan ist mit 2.100 Metern der höchste der fünf heiligen Berge Chinas. Er liegt in der Provinz Shaanxi im Nordosten des Landes. Der Huashan ist ein nationales Symbol des chinesischen Volkes. Forscher fanden heraus, dass die chinesischen Begriffe für China (Huaxia und Zhongua) und für die Chinesen (Huaren) auf den Huashan zurückzuführen sind. Außerdem zieren zahlreiche Tempel den Weg. Um den Berg zu besteigen, brauchst Du keine Vorkenntnisse, nur sehr viel Mut. Teilweise ist der Weg nur 30 Zentimeter breit, während es daneben steil hinab geht. Dieses Teilstück wird auch als „Himmelsholzsteg“ bezeichnet. Zum Festhalten wurden Eisenketten befestigt. Auf anderen Teilstücken wurden Treppen in den Felsen geschlagen. Diese sehen durch die Steigung allerdings eher aus wie Leitern und sind sehr glatt und rutschig. Teilweise gibt es keine Bretter oder Stufen, sondern nur Löcher im Felsen, in die Du Deinen Fuß setzen musst. Am Ende des Weges erwartet Dich ebenfalls ein Tempel, genauer gesagt ein Teehaus, in dem Du das warme Getränk genießen kannst. Außerdem belohnt Dich der anstrengende Weg mit wunderschönen Aussichten. Die Hochsaison des Weges ist von April bis Oktober. Bitte nimm ausreichende Wasser mit. Es gibt viele Verkaufsstände entlang des Weges, diese sind jedoch relativ teuer.

 

4. Der Pacaya

Der Pacaya

Der Pacaya ist ein Vulkan in Guatemala und gilt als einer der aktivsten Vulkane der Welt. Von den insgesamt 37 existierenden Vulkanen in Guatemala ist der Pacaya einer von drei aktiven. Er befindet sich südlich von Guatemala City und ist schnell zu erreichen. Du musst eine Tour buchen, um den Vulkan zu besteigen, da individuelle Reisen verboten sind. Als Alternative kannst Du einen privaten Guide bezahlen. Dies ist allerdings kostenaufwendiger. Der Vulkan hat eine Höhe von 2.550 Metern. Schon 23 Ausbrüche wurden verzeichnet, die letzten großen Eruptionen fanden in den Jahren 1998 und 2010 statt. Wenn Du das „Glück“ hast, den Vulkan kurz nach einer Aktivität zu besteigen, wirst Du sehr viel Lava sehen. Aber auch in anderen Zeiträumen wirst Du sehr wahrscheinlich der glühend heißen Lava von 1.000 Grad begegnen. Auch die Steine werden sehr heiß sein. Die Hitze des Vulkans wird Dir auf den Touren demonstriert, indem Ihr Marshmallows über der Erde brutzeln könnt. Hört sich verrückt an? Funktioniert aber. Die Tour ist zwar sehr anstrengend, allerdings musst Du Dich hier im Vergleich zu den anderen Wanderungen an keinen Geländern herum hangeln. Der Nervenkitzel besteht darin, dass Du auf einem aktiven Vulkan herumspazierst! Auch wenn zumindest in der Theorie keine Gefahr besteht, ist es doch ein komisches Gefühl zu wissen, was sich unter Dir und um Dich herum befindet. Da es morgens und abends sehr kalt und dunkel ist, brauchst Du unbedingt eine Jacke sowie Stirnlampe. Zwar wirst Du aus Sicherheitsgründen nicht auf den Gipfel wandern, allerdings wirst Du an einem Aussichtspunkt die ganze Vulkanlandschaft überblicken können und realisieren, wo Du Dich eigentlich gerade befindest.

 

5. Caminito del Rey

Caminito del Rey

Der Caminito del Rey in Spanien wurde im Jahr 1901 gebaut. Im Jahr 1921 wurde der Weg sogar vom König Alfonso eingeweiht. Daher hat der Weg seinen Namen bekommen, übersetzt bedeutet er nämlich „der Königspfad“. Ursprünglich diente er als Übergangsweg, um Baumaterialien über die Schlucht zu transportieren. Mit der Zeit wurde der Weg allerdings von anderen Dorfbewohnern und sogar Schulkindern genutzt. Da er nicht repariert und vernachlässigt wurde, wies er starke Beschädigungen auf. Verankerungen bekamen Löcher, die 100 Meter in die Tiefe führten. Nachdem zwischen 1999 und 2000 vier Menschen ums Leben kamen, sperrte die Regierung den Weg und verhängte für das Betreten ein Bußgeld von 6.000€. Trotzdem kletterten Menschen weiterhin über den Caminito del Rey und verletzten sich teilweise sehr schwer. Daher galt der Königspfad lange Zeit als gefährlichster Weg Europas. 14 Jahre später, im Jahre 2015, wurde der Weg saniert und wieder geöffnet. Heute liegen frische Holzplanken auf Stahlträgern. Außerdem gibt es Sicherheitsleinen zum Festhalten und Maschendraht, der Steinschläge verhindern soll. Der eigentliche Wanderweg ist 3,5 Kilometer lang. Vom Parkplatz aus musst Du allerdings noch zum Anfang des Weges laufen. Hier kannst Du zwischen dem schöneren 2,4 Kilometer langem Weg und einem kürzeren 1,2 Kilometer langem Weg wählen. Da es sich nicht um einen Rundweg handelt, wirst Du vom Ende des Weges mit einem Shuttle zurück zum Anfang gefahren. Auch hier musst Du 1,5 Kilometer zum Bus laufen. Daher ist der komplette Weg also entweder 6,2 oder 7,7 Kilometer lang. Insgesamt solltest Du drei bis vier Stunden einplanen. Während der ganzen Wanderungen gilt übrigens eine Helmpflicht, da jederzeit Steine herunterfallen können. Die Helme gibt es vor Ort, Du brauchst also keinen eigenen mitzubringen.

 

Die Tour bietet Dir Ausblicke auf wunderschöne Natur. Diese gestaltet sich mit hohen Schluchten, beeindruckenden Bergen und jede Menge Grün sehr abwechslungsreich. Außerdem verläuft ein türkiser Fluss durch die Schlucht. Der Caminito del Rey kann in drei Abschnitte aufgeteilt werden. Der erste und letzte Abschnitt des Weges sind ein Holzsteg. Teilweise kannst Du hier sogar den alten beschädigten Weg sehen. Im mittleren Abschnitt wanderst Du auf einem Steinweg durch einen Wald. Dort gibt es Schatten sowie mehrere Sitzmöglichkeiten für Pausen. Am Ende des Weges musst Du über eine Hängebrücke laufen. Da der Ausgang auf der anderen Seite der Schlucht ist, musst Du diese überqueren. Manchmal wackelt die Brücke etwas, Angst brauchst Du aber keine zu haben. Insgesamt bietet Dir der Weg sehr viel Abwechslung und mittlerweile auch absolute Sicherheit.

 

Es gibt natürlich noch viele weitere gefährliche und atemberaubende Wanderstrecken auf dieser Welt. Vielleicht bist Du ja schon einmal einen dieser Wege gewandert? Oder kennst Du noch andere Wege, die nicht für jedermann geeignet sind? Stelle uns diese doch vor und teile Deine Erfahrungen mit anderen Abenteuersuchenden.

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